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Outdoor Training

OUTDOOR ERFAHRUNGSBERICHT 2015

Es war wieder soweit! Vom 19. bis 20. August stand für alle drei Lehrjahre ein Outdoortraining an – diesmal in Ostbevern.

Die kurze Anreise war trotz einiger Orientierungsprobleme leicht getan. Zu unserer Überraschung hieß es gleich nach der Ankunft: Zelte aufbauen!

Trotz dessen, dass wir wohl seit Jahren die Einzigen waren, die das komfortable Hotel zu meiden schienen, hatten wir großen Spaß. Wir meisterten die Herausforderung des Aufbaus unserer „10-Mann-Stoff-Tipis“ ohne große Probleme und umso schneller verbreitete sich das beflügelnde Gefühl erfolgreicher Zusammenarbeit.

Nach herbeigesehnter Getränkepause startete das erste Teamtraining unter dem Titel „Adventuregames“. Die Aufgabe bestand darin, alle Azubis nach alphabetischer Reihenfolge auf ein wackeliges Etwas (Holzplatte auf Holzbalken) zu bekommen. Nach anfänglichem Schweigen, diskutierten erst einmal alle wild durcheinander – jeder mit dem Bedürfnis, seine eigene Strategie zur Besten zu erklären. So wurde uns nach mehreren Anläufen und abgewandelter Schwierigkeit dann auch irgendwann verboten zu sprechen, sodass unsere Gestik und Mimik den Erfolg herbeiführen mussten. Doch endlich! Als Team meisterten wir fast alle Aufgaben dann doch direkt im ersten Durchlauf! Unser Guide Joe war sehr stolz auf uns und geleitete die zufriedene Gruppe zum nächsten Adventure-Stützpunkt: Einer Grube.

Wie von unsichtbarer Hand geleitet, befanden wir uns ohne große Anweisungen auf einmal alle unten. Weiter ging‘s! Joe wollte uns natürlich wieder da raus haben, allerdings hatten wir den „Befehl“ den Rand nicht zu berühren. Somit war wieder unser Teamgeist gefragt. Um erneutes Chaos in verbaler Kommunikation zu vermeiden, hatten wir die glorreiche Idee einen Redner zu ernennen, der die Ideensammlung moderierte. Während einige Azubis mit ihren Verrenkungen für Erheiterung sorgten, begeisterten Andere mit fast schon akrobatischen Höchstleistungen. Dieses Hindernis zeigte erneut, was für gute Strategen wir waren – in null Komma nichts waren alle wieder „frei“! Auch kleine darauffolgende Teamchallenges, wie sich z. B. mit verbundenen Augen von seinem Partner führen zu lassen, ließen keinen Zweifel mehr daran, dass wir uns „blind“ aufeinander verlassen konnten.

Zur Belohnung folgte die „Münsterländer Brotzeit“! Warmes Krustenbrot und deftiger Aufschnitt befriedigten unsere knurrenden Mägen. Dabei waren Wespenscharen zwar unsere ständigen Begleiter, aber der Ein oder Andere stellte die Idylle durch seine besonderen „Maßnahmen zur Beseitigung“ schnell wieder her.

Das nächste Highlight war die zunächst entspannte Fahrradtour durchs Beverland, mit dem Ziel der darauffolgenden Challenge: Floß-Bau. Voller Eifer erarbeiteten die in Männlein und Weiblein unterteilten Teams Konzeptpläne zum wasserbeständigen Gefährt. Zur Verfügung hatten wir Tonnen, Dachlatten, Spanplatten und Seil. Derweil sorgte unser Guide Joe kurzzeitig für Verwirrung, indem er nun jedes Team den Entwurf des „Gegnerteams“ erbauen ließ. Wir machten uns tatkräftig an die Arbeit und ja, die Ergebnisse konnten sich nach fast 3-stündiger Schufterei wirklich sehen lassen!

Nun hieß es: Runter zum Fluss! Schwer beladen marschierten wir los. Trotz vieler nasser Klamotten und einiger Rettungsaktionen hielten beide Flöße stand! Einen Strich durch die Rechnung hatte uns lediglich die Strömung gemacht, sodass alle beim folgenden Wettfahren zwar sehr gut in die eine Richtung vorankamen – nur das Zurück gestaltete sich schier unmöglich.

So radelten wir wieder zurück zu unserem Camp, wo zu aller Freude der Grill angeschmissen wurde. Mit vollem Bauch ließen wir den Tag am gemütlichen Lagerfeuer ausklingen.

Auch der nächste Tag begann mit einem reichlichen Frühstück – diesmal, angenehmerweise, im nahegelegenen Hotel.

An diesem Vormittag gingen einige von uns sehr an ihre Grenzen. Die Herausforderung bestand darin, mehrere Hürden im Niedrigseilgarten gemeinsam zu überwinden. So mussten wir zum Beispiel die ganze Truppe über ein über dem Boden gespanntes Seil bekommen. Das Schwierigste war, einen Einklang in Balance und Vertrauen herzustellen und sich ebenso auf sich selbst wie auch auf seine Nebenmänner/-frauen zu verlassen bzw. diese zu unterstützen. Fiel einer, so mussten gleich mehrere Andere auch wieder von vorn anfangen. Die zunächst sehr schwierige Aufgabe, entpuppte sich jedoch nicht als aussichtslos, sondern bewies erneut, wie stark wir doch zusammen waren! Wir lernten in den darauffolgenden Aufgaben, uns Ziele zu setzen und sich auch mal auf Mitmenschen verlassen zu dürfen.

Zur Stärkung wurden wir zwischenzeitlich mit verschiedensten Pasta-Kreationen verwöhnt.

Der spektakulärste und letzte große Höhepunkt des Outdoortrainings war wohl unser Seifenkistenbau. Bunt nach Lehrjahren gemischt wurde uns aufgetragen, zunächst wieder einen Bauplan zu entwerfen und anschließend das Ganze mit vorhandenem Werkzeug auch „fahrbar“ umzusetzen. Die Ausbilder-Jury legte mehrere Kategorien wie Optik, Schnelligkeit, Lenkfähigkeit & Bremskraft fest, nach denen anschließend auch bewertet wurde.

Das Ganze war in der Praxis dann ein Riesenspaß, wenn auch nicht ganz ungefährlich! Aber da niemandem etwas zugestoßen war, wurde die Siegerehrung feuchtfröhlich zelebriert – mit Sektdusche, wie bei den richtigen Siegern der Formel 1 eben. Nach der Erschöpfung des Tages standen noch der Zeltabbau und das Packen auf dem Plan. Dann ging es auch schon zurück in Richtung Münster.

Die Eindrücke und Erfahrungen haben aber sicher alle mit nach Hause genommen. Wir gingen als eine gestärkte Einheit von Auszubildenden, mit glücklichen, aber müden Gesichtern.