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Kunst und Kultur

Die hohe Lebensqualität in NRW zeichnet sich auch durch ein großes Kulturangebot aus. Vor allem die Kunststiftung NRW sorgt für einen hohen Qualitätsstandard. Mit jedem Tipp, Los und mit jeder Sportwette fördern die Lottospieler also auch die Museen- und Kulturlandschaft in NRW.

Burgherr in Sneakern

26.10.2017
Ein sonniger Spätsommertag im Münsterland. In der Idylle, zwischen Spaziergängern und Parkanlage, wird das „Schaustellen“-Festival auf Burg Hülshoff vorbereitet. Dr. Jörg Albrecht, der neue Künstlerische Leiter, springt von einem zum anderen – und ist voll in seinem Element. Mit ihm weht ein frischer kreativer Wind durch das Literaturzentrum...

Ein sonniger Spätsommertag im Münsterland. In der Idylle, zwischen Spaziergängern und Parkanlage, wird das „Schaustellen“-Festival auf Burg Hülshoff vorbereitet. Dr. Jörg Albrecht, der neue Künstlerische Leiter, springt von einem zum anderen – und ist voll in seinem Element. Mit ihm weht ein frischer kreativer Wind durch das Literaturzentrum. „Ich bin froh darum, Neues gestalten und frische Ideen umsetzen zu können“, berichtet der 37-jährige Künstlerische Leiter auf Burg Hülshoff in Havixbeck.

Dass die Droste-Stiftung bei der Suche nach dem Gründungsdirektor für das neue „Center for Literature“ ausgerechnet auf Facebook fündig wurde, spricht wohl für sich. „Eine Freundin, die Verlegerin ist, hatte mir die Ausschreibung gepostet. Da ich selbstverständlich die Droste-Literatur und diesen Ort kenne und schätze, habe ich mich einfach beworben – und freue mich sehr über das Vertrauen und den kreativen Freiraum, den mir die Stiftung gibt“, sagt Jörg Albrecht. Nach über zwölf Jahren in Berlin und nach verschiedensten Literatur- und Kunstprojekten, die sich mit moderner Urbanität auseinandersetzten, hatte der promovierte Literaturwissenschaftler und mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller „Lust auf Neues“, wie er einräumt.

„Das, was da ist, ist eh schön – das gilt es zu pflegen, um darauf künstlerisch aufzusetzen und einen neuen Spannungsgrad aufzubauen“, benennt er die Ziele. „Veränderung bedeutet immer auch Kontinuität – gerade an solch einem Ort wie der Burg Hülshoff. Sie entstand nicht an einem Tag, mit Anbauten und verschiedenen Stilen hat sie sich immer wieder verändert. Und jetzt hat eben eine weitere Phase der Weiterentwicklung begonnen.“ Über fünf Jahre läuft Dr. Albrechts Vertrag, mindestens drei Jahre werden die geplanten Umbauten in Anspruch nehmen – das bedeutet allemal genug Zeit und Freiräume, um sowohl auf der Wasserburg als auch im touristisch ebenso beliebten Haus Rüschhaus neue Kunstformate zu wagen. „Die Besucher kommen mit ganz unterschiedlichen Droste-Rezeptionen hierher. Unsere Aufgabe ist die Vermittlung über das hinaus, was wir alle so in der Schule aufgeschnappt haben.“

So unprätentiös, wie Dr. Albrecht auf den ersten Blick wirkt, ist er auch im Gespräch. In Jeans, Sweatshirt und Sneaker würde man ihn inmitten der Schulgruppe nicht unbedingt für den Direktor eines Literaturzentrums halten. Ebenso unkompliziert und geradlinig geht er seit einem guten halben Jahr an seine Aufgabe heran. „Die ,Judenbuche‘, die gleichsam dem Krimi in der deutschen Literatur den Weg geebnet hat, ist natürlich Allgemeingut. Aber Annette von Droste-Hülshoff hat noch so viel mehr zu bieten, ihre Sprachkraft und den Witz etwa, wenn sie über diese Region und die Menschen schreibt“, erklärt er weiter. Statt klassischer Lesungen soll es vor allem Performatives geben – zum Beispiel Konzerte, die Lyrik und Musik zusammenführen. Und am Ende soll es neben aller Kunstvermittlung auch um Unterhaltung – oder „Show“, wie er selbst sagt – gehen.

Eine seiner Idee lautet beispielsweise, Literaten von heute dazu aufzufordern, sich nochmals mit der Autorin Droste zu beschäftigen, um neue Blickwinkel zu kreieren. So werden etwa im kommenden Jahr die Droste-Tage unter dem Thema Feministische Kunstpraxis stehen. Schließlich musste die Autorin selbst im 19. Jahrhundert zunächst unter Pseudonym schreiben, Veröffentlichungen als Frau waren zunächst undenkbar. Das Thema der Emanzipation wollen wir aufgreifen und weiterspinnen während der Droste-Tage.“ Dies ist nur ein Beispiel für Dutzende Ideen und die „andere Art der Werksvermittlung“, die Dr. Albrecht vorschweben: „Wir wollen die Autorin Droste-Hülshoff auf gänzlich andere Weise erlebbar machen.“ Und wer den Künstlerischen Leiter dabei beobachtet, ist schnell überzeugt: Er wird das mit Sicherheit schaffen!

Bleibt zum Schluss nur die Frage, ob der Literat Jörg Albrecht in den kommenden Jahren noch Raum für eigene Arbeiten findet. „Mir war natürlich vorher klar, dass wenig Zeit sein wird für meine Literatur. Derzeit bin ich hier voll eingespannt, will aber weiterschreiben. Langsamer zwar, aber dadurch vielleicht auch weniger hektisch und umso konzentrierter. Es muss nicht unbedingt alle zwei Jahre ein neues Buch geben.“

Gut für NRW: Jeder WestLotto Tipper hilft dem Gemeinwohl!
Ob LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder Rubbellose – als Deutschlands größter Lotterieveranstalter mit staatlichem Auftrag steht WestLotto seit 1955 für ein sicheres und seriöses Spiel. Aber WestLotto macht nicht nur Tipper zu Gewinnern! Denn rund 40 Prozent der Spieleinsätze gehen an das Land Nordrhein-Westfalen, das damit Organisationen aus den Bereichen Naturschutz, Wohlfahrt, Sport, Denkmalschutz, Kunst und Kultur fördert – wie zum Beispiel das Festival „Schaustellen“ auf Burg Hülshoff über die Kunststiftung NRW. Während der vergangenen Jahrzehnte sind auf diese Weise bereits mehr als 27 Milliarden Euro ins Gemeinwohl geflossen, 2017 allein rund 628 Millionen Euro. Damit wird jeder Spieler bei WestLotto zum Wohltäter, Denkmalschützer oder Kunstförderer.
Davon profitieren alle in NRW – auch Du!

NRW Tourismus stellt besondere Menschen in NRW vor

02.05.2017
Externsteine, Kölner Dom oder Zeche Zollverein ... Nordrhein-Westfalen hat an Ausflugszielen einiges zu bieten, von Naturdenkmälern bis Industriekultur. Doch NRW wird nicht nur von Landschaften oder Gebäuden geprägt, sondern besonders von den Menschen....

Foto: Vater und Sohn Böhm im Erker
Fotohinweis: Ralph Sondermann

Tourismus NRW stellt unter dem Hashtag #neuentdecken in den nächsten zwei Jahren einige außergewöhnliche Frauen und Männer aus Nordrhein-Westfalen und ihre ganz persönlichen Geschichten vor, um so Lust zu machen, das Reiseland NRW wieder und neu zu entdecken.

Bisher auf der Website des Tourismus NRW zu finden sind eine berühmte Kölner Architektenfamilie, eine junge Frau, die in Münster als einzige Türmerin Deutschlands arbeitet, eine Opernsängerin aus dem Neanderland, die sich ganz der Natur verschrieben hat sowie ein Graf, der das Schloss seiner Vorfahren einen Ort für zukunftsfähige Landwirtschaft machen will:

Väter und Söhne
Gottfried Böhm ist einer der bedeutendsten Architekten des Landes. Als erster Deutscher 1986 mit dem Pritzker-Preis für Architektur ausgezeichnet, genießt er weltweites Ansehen. Allein 50 Kirchen schuf der Mann, der seit mehr als 80 Jahren in Köln lebt und wirkt, nach dem Krieg im Rheinland. Zu seinen bedeutendsten Bauwerken zählt Mariendom in Neviges Neanderland. Noch heute, im von 97 Jahren, kommt Böhm jeden Morgen ins Büro, wo mittlerweile seine drei Söhne Stephan, Paul und Peter ebenfalls als Architekten arbeiten. Jeder für sich – aber alle unter einem Dach.

300 Stufen zum Glück
„Wenn ich spät dran bin und mich beeilen muss“, sagt Martje Saljé, dann schaffe ich den Aufstieg auch mal zwei Minuten“. Die Frau hat Übung. Denn der Aufstieg, das sind immerhin 300 Stufen. Sechs Mal in der Woche steigt die gebürtige Bremerin, die in Norwegen aufwuchs, am Abend die schmale Stiege hinauf – zu ihrem Arbeitsplatz in die Türmerstube von St. Lamberti in Münster, um bis Mitternacht alle halbe Stunde von der Galerie das Signal des Türmerhorns erklingen zu lassen. Sie ist Deutschlands einzige Türmerin im öffentlichen Dienst, hoch oben über den Dächern der Bischofsstadt.

Der Ruf des Uhus
Als Uta Wittekind ihren Uhu aus der Voliere holt, trägt sie am linken Arm einen großen, schon leicht abgewetzten Lederhandschuh. Daran ein dicker Karabinerhaken, mit dem sie den Vogel anleint. Denn kaum im Freien, breitet das Tier seine mächtigen Flügel aus und will davonfliegen. Doch schnell kann die Falknerin Uwe wieder beruhigen. Die ehemalige Opernsängerin und ihr gefiederter Freund sind ein gut eingespieltes Team. Gemeinsam bringen sie Besuchern der Wald-Forscher-Station in Wülfrath die Natur auf ganz besondere Weise nahe.

Neues Leben im Schloss
Wenn Severin Graf von Hoensbroech über seine Pläne mit Schloss Türnich erzählt, gerät er ins Schwärmen. Denn der 45-Jährige, der Schlossherr, Hausmeister und Unternehmer in Personalunion ist, will gemeinsam mit seiner Frau das Schloss seiner Vorfahren aus dem 18. Jahrhundert wieder zum Leben erwecken. Ein Museum soll es nicht werden. „Das ist mir zu retro“, sagt der Familienvater. Schon heute toben seine vier Kinder im Schlosspark. Das Schloss selbst gleicht noch einer Ruine, soll aber in Zukunft private Veranstaltungen und Tagungen, Theateraufführungen und Lesungen genauso wie Hoffeste und Regionalmärkte beherbergen.

Wer neugierig geworden ist, kann auf http://www.nrw-tourismus.de die Geschichten mit Bild und Ton erleben und nebenbei alte und neue Orte in NRW kennenlernen.

Tür auf zu einer neuen Welt

21.04.2017
Wie viele Welten gibt es? Und wie viele Blicke auf sie? Wer „anders“ ist, hat es in unserer Gesellschaft oft nicht leicht. Das Tanztheaterstück „Mein Schloss“ wirft einen Blick hinter die Mauern. Es soll dabei helfen, die Welt von Autisten besser zu verstehen. Dieses Anderssein mit seinen Herausforderungen und seiner eigenen Schönheit kennenzulernen, das Fremde aber auch die vertrauten Elemente darin wiederzuentdecken. Initiator des Projekts ist der Vereins Autismus Wuppertal/Düsseldorf-Bergisches Land e.V. Unterstützt wird er dabei von der GlücksSpirale, der Lotterie, die Gutes tut von WestLotto...

Foto: Das Tanztheaterstück „Mein Schloss“ soll dabei helfen,
die Welt von Autisten besser zu verstehen.
Fotohinweis: Ralf Silberkuhl

Jean Laurent Sasportes leitet das Stück
Das Stück wurde unter der künstlerischen Leitung des Tänzers und Choreographen Jean Laurent Sasportes von einem Ensemble aus Tänzern und Musikern gestaltet. Die Mitwirkenden brachten ihre Beobachtungen, Erlebnisse und Gedanken zum Thema Autismus ein, entwickelten Gesten, Bewegungselemente, musikalische Sequenzen und machten daraus gemeinsam „Mein Schloss“. Die Betroffenen aus den Einrichtungen des Autismus-Vereins steuerten Gesten bei, die in die Szenen auf der Bühne mit eingebaut wurden. Ihre Blicke sind als Projektionen sichtbar.

Gesellschaftliches Phänomen
Im vergangenen Jahr feierte das Stück Premiere. Jetzt wird es aufgrund des großen Erfolgs wiederholt. Und wirft Fragen bei den Zuschauern auf. Leiden wir nicht fast alle wie Autisten durch Handy, Computer und Co. an Reizüberflutung? Leidet darunter die direkte Kommunikation? Werden persönliche Begegnungen unwichtiger? Mit seiner Inszenierung öffnet Sasportes die Türen zum Schloss und regt hinter den Mauern zum Nachdenken an.

Multi-Kulti macht mobil

19.10.2016
Vorbei an Himbeersträuchern, über umgeknickte Bäume klettern und durch jede Menge Laub und Matsch laufen: Für viele Flüchtlinge war das eine ganz neue Erfahrung. Nie zuvor in ihrem Leben waren sie im Wald. Beim Ausflug des Multikulturellen Forums e.V. (MkF) ging es für sie raus in die Natur. Auf Einladung der Waldschule Cappenberg machten sie viele interessante Erfahrungen – auch wenn der Respekt vor den unwegsamen Pfaden, den Insekten und anderem Kleingetier, das vor ihren Füßen auf dem Boden krabbelte, anfangs groß war.....

BU: MkF-Geschäftsführer Kenan Küҫük (links),
Fachbereichsleiterin Evrim Oezay-Sasmaz (Mitte) und
Landesgeschäftsführer des Paritätischen NRW Hermann Zaum (rechts)
vor dem neuen Transporter.

Begleiter Oliver Bellaire wusste Abhilfe zu schaffen: „Giftige Tiere gibt es hier nicht. Ihr könnt fast alles anfassen, nur bei den Brennnesseln dort wäre ich etwas vorsichtig“, erklärte er den Ausflüglern. Aber selbst dann hätte der Waldführer noch Tipps zur Schmerzlinderung auf Lager gehabt.

Die Gruppe der Flüchtlinge fand schnell zueinander. Nach kurzem Zögern spazierten letztlich doch alle vor- und rückwärts über einen umgestürzten Baumstamm. Das schafft Vertrauen – zu den anderen Menschen in der Gruppe und in die eigenen Fähigkeiten. Wichtig, um sich in der neuen Heimat wohlzufühlen und Fuß zu fassen.

Das Multikulturelle Forum hilft Ihnen dabei. Die Inklusion und Integration von Migranten ist Kern der Arbeit der Mitarbeiter in verschiedenen Zweigstellen in NRW. „Ziel ist es, möglichst alle Menschen an unseren Angeboten teilhaben zu lassen“, sagt Kenan Küҫük, Geschäftsführer des Multikulturellen Forums.

Dafür brauchen sie Unterstützung. Die gibt es zum Beispiel von der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von WestLotto. Gerade erst konnte durch die finanzielle Hilfe der GlücksSpirale ein neuer Transporter angeschafft werden. Eine echte Erleichterung für Senioren, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen oder Flüchtlinge, die oft in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. Fachbereichsleiterin Evrim Oezay-Sasmaz: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen sehr häufig mit Hürden konfrontiert sind, wenn es darum geht, bestimmte Lern- oder Veranstaltungsorte zu besuchen, die abseits der normalen Kursräume liegen.“ Dank des neuen Transporters können nun alle an den Angeboten und Ausflügen teilnehmen.