
12. März 2026
WestLotto Toptalent 2026: Livienne Timm im Interview
Mit gerade mal elf Jahren gehört Livienne Timm aus Schermbeck bereits zu den größten Tanztalenten des Landes und ist eines der WestLotto Toptalente NRW 2026. WestLotto und der Landessportbund NRW fördern die Ausnahmesportlerin im Rahmen dieser Aktion. Im Interview erzählt Livienne Timm, wie sie den Spagat schafft zwischen Schule und Leistungssport.
Du hast schon mit vier Jahren mit dem Tanzen angefangen. Wie bist Du zu deiner Sportart gekommen?
Ich wollte schon damals unbedingt tanzen und habe zuhause keine Ruhe gegeben, bis meine Mutter mich beim Kindertanzen angemeldet hat. Bei einer Vorführung mit der Gruppe bin ich positiv aufgefallen und durfte dann direkt mit den älteren Kindern ab sieben Jahren trainieren.
Was fasziniert dich am Tanzen?
Ich finde es total schön, mich auf der Tanzfläche einfach der Musik hinzugeben und frei zu sein. Und bei den Turnieren lernt man so viele neue Menschen kennen. Das ist toll.
Du tanzt in der Formation, in der Small Group, im Duo und Solo. Was macht dir am meisten Spaß?
Spaß macht mir alles, aber am einfachsten finde ich Formation, weil man da nicht alleine im Mittelpunkt steht. Solo ist da schon viel schwieriger. Alle schauen mich an und ich muss schnell und möglichst fehlerfrei tanzen.
Das stelle ich mir beim Improvisationstanz besonders herausfordernd vor. Da gibt es ja keine festgelegte Choreografie und man bewegt sich ganz spontan. Bist du bei diesem Tanz nervös?
Meistens schon, weil ich nicht weiß, welche Musik gespielt wird. Ich höre dann aber schnell heraus, aus welchem Bereich das Stück ist – zum Beispiel Jazz – und tanze dann die dafür typischen Techniken. Das kann ich gut umsetzen und finde Improvisation deshalb eigentlich nicht so schwer.
Du trainierst sieben Mal in der Woche und gehst natürlich noch zur Schule. Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?
Meine Mutter weckt mich um 6.30 Uhr auf und eine Stunde später fahre ich zur Schule. Um 14.45 Uhr holt sie mich wieder ab und wir fahren direkt nach Düsseldorf zum Training an die Ballettschule der Deutschen Oper. Dort bin im letzten Jahr für eine professionelle Ballettausbildung aufgenommen worden und trainiere dreimal pro Woche. Eigentlich hätte ich länger Schule, aber damit ich es pünktlich zum Unterricht schaffe, darf ich früher gehen. Um 18.30 Uhr bin ich mit dem Balletttraining dann fertig.
Aber es geht dann noch weiter.
Ja. Im Anschluss fahren wir nach Wuppertal ins Tanzstudio, wo ich noch beim Techniktraining der Älteren mitmache.
Du bist wirklich viel unterwegs. Wie schaffst du es da, dich für Klassenarbeiten vorzubereiten?
Ich lerne viel im Auto, wenn wir zum Training oder zu den Turnieren fahren. Das klappt ganz gut. Und wenn ich etwas nicht verstehe, helfen mir meine Mutter oder meine Schwester. Die haben beide mal Nachhilfe gegeben, das ist total praktisch.
Deine Tanzstile sind sehr vielfältig: Improvisation, Lyrical Dance, Show Dance, Contemporary Modern, Jazz und Commercial Dance. Was machst du am liebsten?
Auf jeden Fall Jazz, weil es ein schneller Tanz ist mit Sprüngen, Drehungen und isolierten Bewegungen. Das fühlt sich gut an und ist einfach schön.
Steckbrief & Erfolge
Wer sucht die Musik für dich aus und erstellt die Choreografien?
Ich arbeite oft mit internationalen Choreografen zusammen, die auch die Choreografien erstellen.
Mittlerweile bestimmt das Tanzen dein Leben. Möchtest du es später auch zu deinem Beruf machen?
Ich möchte auf jeden Fall etwas mit Tanz machen. Aber in welcher Richtung, weiß ich noch nicht. Erst möchte ich herausfinden, ob mir Ballett oder die anderen Tänze mehr Spaß machen. Und ich will auf jeden Fall mein Abitur machen.
Die Schule geht also erstmal vor.
Ja, ich muss in der Schule gut sein, damit ich für Turniere und das Training am Nachmittag von der Schule freigestellt werde. Darunter dürfen die Noten nicht leiden.
Im vergangenen Jahr wurdest du vom Tanzsportverband Nordrhein-Westfalen zum Kampagnengesicht für den Weltkindertag ausgewählt. Wie war das für dich?
Das war richtig aufregend und cool. Ich durfte für die Kampagne „Mein Tanz, mein Recht“ bei einem professionellen Foto-Shooting und einem Video-Dreh mitmachen. Es war eine große Ehre und wirklich mal etwas ganz anderes.






