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So ist der Lotteriemarkt in Deutschland geregelt

Lotterieangebote sind zum Schutze der Verbraucher klar reguliert und erfüllen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl. Erfahren Sie in diesem Beitrag die Hintergründe über die rechtlichen Grundlagen und die wirtschaftliche Bedeutung des Lotteriemarktes. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf der Staat ein vertrauenswürdiges Glücksspielangebot in Form staatlich organisierter Lotterien. Ziel war es, den Spielwunsch in der Bevölkerung hin zu einem attraktiven und zugleich legalen und überwachten Angebot zu lenken. In Nordrhein-Westfalen übernimmt WestLotto diese Aufgabe bis heute.

Zugleich sollten die Lotterieeinnahmen gezielt für den Wiederaufbau eingesetzt werden. Auch heute noch erfüllen die staatlichen Lotterien einen wichtigen Auftrag für das Gemeinwohl: Ein erheblicher Teil der Spieleinsätze der staatlichen Lotterien wird in jedem Bundesland über Abgaben und Steuern für gemeinwohlorientierte Zwecke verwendet. Davon profitieren gesellschaftliche Träger. In Nordrhein-Westfalen fließen Lotteriegelder an Sport, Wohlfahrt, Kunst und Kultur sowie Denkmal- und Naturschutz. Das ist das Lotto-Prinzip 

Rechtliche Rahmenbediungen für Lotterien

Wer bei Westlotto an Lotterien teilnimmt, kann sich auf staatlich klar definierte und kontrollierte Regeln verlassen. Die Grundlage für die Regulierung des öffentlichen Glücksspiels und des staatlichen Lotterieveranstaltungsmonopol ist der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) von 2021, den alle Bundesländer ratifiziert haben.  

Er legt fest, welche Glücksspiele erlaubt sind, unter welchen Bedingungen sie angeboten werden dürfen und welche Schutzmaßnahmen für Spielerinnen und Spieler gelten. 

Glücksspiel in Deutschland: Zuständigkeiten im Überblick

Auf Bundes- und Landesebene greifen unterschiedliche Zuständigkeiten ineinander: Während der Glücksspielstaatsvertrag den rechtlichen Rahmen vorgibt, sind die Bundesländer für die konkrete Ausgestaltung und Aufsicht verantwortlich.

In Nordrhein-Westfalen führt WestLotto als staatlicher Anbieter Lotterien durch, eingebettet in ein System aus Regulierung, Kontrolle und Aufsicht. So entsteht ein klar strukturiertes Zusammenspiel, das ein sicheres und verantwortungsvolles Glücksspiel gewährleistet.

Wer regelt eigentlich was?

Die nachfolgende Grafik zeigt, wie die Regulierung des Glücksspielmarktes in Deutschland strukturiert ist. Die grundlegenden Regelungsbereiche: Bundesrecht und Landesrecht. Von dort gliedern sich die einzelnen Gesetze auf Bundesebene sowie die zuständigen Institutionen auf Landesebene aus.

Staatliche und private Lotterien im Überblick

Neben den staatlichen Lotterien gibt es in Deutschland Lotterieangebote privater Glücksspielunternehmen. Dazu zählen bekannte Soziallotterien wie die Aktion Mensch und die Deutsche Fernsehlotterie. Sie erwirtschaften mit ihren Lotterien Mittel für einen vorab fest definierten „Guten Zweck“

Übersicht legaler Lotterien in Deutschland (Auswahl):

  • Aktion Mensch
  • Deutsche Fernsehlotterie
  • Bildungs-Chancen-Lotterie
  • Postcode Lotterie

Gemeinsame Klassenlotterie der Länder (GKL) mit

  • SKL
  • NKL
  • LOTTO 6aus49
  • Eurojackpot
  • Spiel 77
  • Super 6
  • GlücksSpirale
  • BINGO!
  • Doppelte Sieben
  • KENO
  • TOTO
  • Rubbellose
  • MillionenKracher
  • Sieger-Chance
  • plus 5

Legal sind Angebote nur mit deutscher Lizenz

Den legalen Lotterie- und Glücksspielangeboten stehen illegale Angebote von nicht lizenzierten Anbietern gegenüber. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind diese auf den ersten Blick nicht immer leicht zu erkennen. Die Digitalisierung und die starke Zunahme von Online-Angeboten haben die Unterscheidung zusätzlich erschwert. 

Wichtig zu wissen ist: Verlässlicher Verbraucherschutz, ein faires Spiel, sichere Gewinnauszahlungen sowie die Zahlung von Gemeinwohlabgaben und Steuern sind in Deutschland nur bei lizenzierten und damit legalen Anbietern gewährleistet.

Eine Übersicht der legalen Anbieter von Lotterien und Glücksspiel in Deutschland gibt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) 

Wirtschaftliche Dimension des Lotteriemarkts

Lotterien sind eines von zwölf Segmenten erlaubnisfähiger Glücksspielformen in Deutschland:  

  • Staatliche Lotterien des Deutschen Lotto- und Toto-Blocks (DLTB, u.a. WestLotto)
  • Staatliche Klassenlotterien
  • Soziallotterien
  • Sparlotterien (Lotterien des Gewinn- und PS-Sparens)
  • Gewerbliche Spielvermittlung von Lotterien
  • Casinospiele (Großes und Kleines Spiel) in Spielbanken
  • Geldspielgeräte (GSG) der gewerblichen Automatenaufstellung
  • Pferdewetten von Rennvereinen mit Totalisator und Buchmachern
  • Sportwetten
  • Virtuelle Automatenspiele
  • Online-Poker
  • Online-Casinospiele

Eine entsprechende Anbietererlaubnis können nur deutsche Behörden erteilen. Unerlaubt sind hingegen Angebote, deren Veranstalter über keine Erlaubnis von einer deutschen Behörde verfügen.  

Großes Marktvolumen

Das Marktvolumen für legales Glücksspiel in Deutschland ist groß und entwickelt sich – mit Ausnahme der Coronajahre – nach oben. Die staatlichen Lotterien des DLTB machen rund ein Drittel des Volumens am deutschen Glücksspielmarkt aus. Den größten Anteil daran hat WestLotto.

Bruttospielerträge Glücksspielmarkt

Bruttospielerträge des legalen deutschen Glückspielmarkts von 2013 bis 2014 in Milliarden Euro

Bruttospielerträge des legalen Glücksspielmarktes in Deutschland von 2013 bis 2024 – in Milliarden Euro.

Quelle: Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder 

Bruttospielerträge Lotteriemarkt

Bruttospielerträge des legalen deutschen Glückspielmarkts von 2013 bis 2014 in Milliarden Euro

Bruttospielerträge des deutschen Lotteriemarkts 2024 in Milliarden Euro.