
22. April 2026
Nachwuchspreis der Stiftung Glücksspielforschung: Wegweiser für Regulierung und Prävention
Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung hat zum zweiten Mal ihren Nachwuchspreis verliehen. Die Auszeichnung erhielt Wissenschaftler Dr. Sebastian O. Schneider, Leiter der Forschungsgruppe „Verhaltensökonomie und Datenwissenschaft“ am Max-Planck-Institut in Bonn. Seine Arbeit zu Risikobereitschaft und Verhalten stellte er anlässlich der Preisverleihung in München einem Fach-Publikum aus Wissenschaft und Forschung sowie der Glücksspielbranche vor.
„Für uns als staatlicher Lotterieanbieter ist auch dieser wissenschaftliche Austausch mit der Stiftung Glücksspielforschung sowie Expertinnen und Experten ein zentraler Bestandteil eines verantwortungsvollen Glücksspielangebots“, erklärte Ron Schindler, Beauftragter für Responsible Gaming bei WestLotto auf der Preisverleihung in München.
Preisträger Schneider zeigte in seinem Vortrag, dass reale Entscheidungssituationen selten gleichwertige Alternativen bieten: kleinen potenziellen Gewinnen, stehen große potenzielle Verluste gegenüber. Laut Schneider schätzen Menschen diese Risiken systematisch falsch ein, indem sie geringe Gewinnchancen überschätzen und große Risiken unterschätzen.
„Auch wenn die ausgezeichnete Arbeit von Herrn Schneider zunächst nicht direkt auf Glücksspielverhalten abzielt, zeigt sie uns als Lotterieanbieter umso mehr, wie wichtig eine realistische Betrachtung von Risikoentscheidungen für Regulierung und Prävention ist“, betonte Schindler. Die Arbeit verdeutliche, dass nicht das Risiko an sich entscheidend ist, sondern die Art und Weise, wie Menschen unterschiedliche Risikooptionen wahrnehmen und gegeneinander abwägen – ein zentraler Bezugspunkt für einen differenzierten Umgang mit Spielverhalten.
Das ist die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung
- Die Deutsche Stiftung Glücksspielforschung widmet sich unter dem Leitbild „Für Evidenz und Verbraucherschutz“ der Förderung innovativer Exzellenz-Forschung. Diese soll zum besseren Verständnis und zur Prävention von glücksspielbezogenen Problemen beitragen und schließlich zur Verbesserung des Verbraucherwohls führen.
- Jährlich vergibt die Stiftung maximal einen Deutschen Innovationspreis Glücksspielforschung (bis zu 200.000 Euro) sowie den Deutschen Nachwuchsforschungspreis Glücksspielforschung (30.000 Euro).
- Die Stiftung gibt keine Forschungsarbeiten in Auftrag. Die zu vergebenden Forschungspreise richten sich an bereits wissenschaftlich publizierte oder zur wissenschaftlichen Publikation eingereichte Forschungsvorhaben.
- Die Auswahl der Preisträger erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren ausschließlich durch die unabhängige Jury, die sich aus einem internationalen Beirat zusammensetzt.
Beirat der Deutschen Stiftung Glücksspielforschung, Jury für den Nachwuchspreis:
Prof. Dr. Brett Abarbanel, Executive Director, International Gaming Institute, Associate Professor, William F. Harrah College of Hotel Administration, University of Nevada, Las Vegas
Prof. Dr. Debi A LaPlante, Leiterin der Abteilung für Sucht der Cambridge Health Alliance, Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School,
Prof. Dr. Frederike Petzschner, Assistant Professor, Abteilung für Psychiatrie und menschliches Verhalten, Carney Institute for Brain Science, Brown University
Prof. Dr. Kahlil Philander, Associate Professor, School of Hospitality Business Management, Washington State University
Prof. Dr. Tone Roald, Associate Professor für Psychologie, Universität Kopenhagen