18. August 2026

So kann das junge Ehrenamt gestärkt werden

Die Initiative Junges Ehrenamt für NRW von WestLotto und dem Netzwerk bürgerschaftliches Engagement (NBE NRW) hat nach einem Jahr ihren Zwischenbericht vorgelegt. Zentrale Fragestellungen: Wie können junge Menschen in Nordrhein-Westfalen besser für ein Ehrenamt gewonnen – und langfristig eingebunden werden? Was können die gemeinnützigen Träger dafür tun? Wir stellen Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse hier in Auszügen vor. Zum kompletten Zwischenbericht geht es hier.

Umfrage: So blicken junge Menschen auf das Ehrenamt

Fast Zweidrittel aller jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren in Nordrhein-Westfalen engagieren sich ehrenamtlich. Viele stellen ihr Engagement einwenn Familie und Beruf mehr Zeit in Anspruch nehmen. Das muss nicht so bleibendenn Zahlen belegendass viele junge Menschen sich ein Engagement vorstellen können. Wie junge Menschen auf das Ehrenamt blicken und welche Hemmnisse sie sehenwollte die Initiative mit einer Befragung herausfinden. Hierzu haben die Freiwilligendienstleistenden der Initiative  einen Fragebogen entwickelt und Schüler*innenAuszubildendeStudierende, FSJ/FÖJler*innen sowie weitere Personen von November 2025 bis April 2026 online befragt. Die Auswertung der Antworten von rund 440 Befragten ergibt folgendes Bild (Auszüge):

  • Freiwilligkeit 70 Nennungen 
  • etwas für die Gesellschaft tun 68 Nennungen 
  • etwas ohne Bezahlung 59 Nennungen 
  • anderen helfen/sich für andere engagieren 51 Nennungen 
  • Gutes tun 24 Nennungen
  • mehr Anerkennung/Wertschätzung 22 Nennungen 
  • mehr Zeit 20 Nennungen 
  • verbesserte zeitliche Vereinbarkeit mit der Schule, dem Beruf 17 Nennungen 
  • Entlohnung/Vergütung 19 Nennungen 
  • erleichterter Zugang 12 Nennungen 
  • Vereinbarkeit mit Schule, Beruf etc. 28 Nennungen
  • wenig Mitbestimmungsrecht 24 Nennungen
  • veraltete/festgefahrene Strukturen 24 Nennungen
  • zeitlicher Aufwand 19 Nennungen / zeitliche Vereinbarkeit 18 Nennungen
  • Diskriminierung durch ältere/langjährige Mitglieder*innen 17 Nennungen

Impulse für das junge Ehrenamt in Nordrhein-Westfalen

Insgesamt hat die Initiative rund 440 junge Menschen und neun junge Politikerinnen und Politiker befragt. Die nachfolgenden Impulse sind erste Erkenntnisse aus der Umfrage und den Interviews, die das junge Ehrenamt machbar machen und in den Fokus rücken können.

1. Persönliche Entwicklung
Ehrenamtliches Engagement dient der persönlichen Entwicklung. Anderen helfen und sich für andere engagieren, ist sinnstiftend für die Gesellschaft. Gemeinschaft tut gut und führt zu mehr Selbstwirksamkeit. Man muss es einfach einmal für sich ausprobieren.

2. Öffentliche Wahrnehmung
Ehrenamtliches Engagement braucht mehr öffentliche Wahrnehmung, mehr Sichtbarkeit im Alltag und mehr Wertschätzung in der Gesellschaft. Durch mehr Kommunikation an Schulen, in den Ausbildungsbetrieben, an Universitäten und nicht zuletzt in den Medien muss das junge Ehrenamt mehr honoriert werden.

3. Passend zur Lebenssituation
Ehrenamtliches Engagement muss zur jeweiligen Lebenssituation der jungen Menschen passen. Die zeitliche Vereinbarkeit mit Schule, Uni und Beruf – insbesondere in intensiven Phasen – muss gewährleistet sein. Eine befristete Freistellung von anderen Aufgaben – z. B. Ehrenamtsurlaub – oder projektbezogenes Engagement stellen eine Lösung dar.

4. Diversität
Ehrenamtliches Engagement muss noch diverser werden. Die Kombination aus jung und erfahren sorgt für mehr Verständnis füreinander und ein Gestalten auf Augenhöhe. Davon profitieren beide Seiten.

5. Zeitpunkt
Ehrenamtliches Engagement muss sehr frühzeitig selbstverständlich in der individuellen Entwicklung werden. Anker sind die Schulen, die entsprechende
Rahmenbedingungen durch Unterricht oder weiterführende Informationen schaffen.

Mehr zur Übergabe des Zwischenberichts im Landtag im WestLotto-Newsroom.