25. Juni 2026
Blickpunkt Ehrenamt: Attraktiv für junge Menschen?
Viele junge Menschen wollen sich engagieren. Mit der Initiative Junges Ehrenamt für NRW unterstützt WestLotto sie dabei, freiwilliges Engagement neu zu denken – und für ihre Generation attraktiver zu machen.
Ohne Ehrenamt läuft auch in Nordrhein-Westfalen nichts. Gleichzeitig stehen viele Vereine, Verbände und Initiativen vor einer drängenden Frage: Wie gelingt es, junge Menschen zu gewinnen und langfristig zu halten?
Bei genau dieser Frage setzt die Initiative Junges Ehrenamt für NRW an. WestLotto hat die Initiative gemeinsam mit dem Netzwerk bürgerschaftliches Engagement NRW (NBE NRW) auf den Weg gebracht. Junge Perspektiven stehen ganz bewusst im Mittelpunkt. Deshalb wird die Initiative von vier jungen Engagierten getragen, die bei verschiedenen Trägern in NRW ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Ziel ist es, Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, mit denen Organisationen ihr Ehrenamt zeitgemäßer, zugänglicher und attraktiver gestalten können.
Handfestes Nachwuchsproblem droht
Wie notwendig das ist, zeigt der EhrenamtAtlas NRW: Zwar engagieren sich in Nordrhein-Westfalen rund 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Gleichzeitig stehen ihnen 2,8 Millionen Engagierte über 60 Jahre gegenüber. Wenn diese Generation sich nach und nach zurückzieht, entsteht eine spürbare Lücke. Dabei ist das Potenzial groß: 83 Prozent der derzeit nicht engagierten jungen Erwachsenen können sich ein Ehrenamt grundsätzlich vorstellen. Entscheidend ist also, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahres arbeiten vier junge Engagierte organisationsübergreifend an dieser Herausforderung. Die Initiative ist bei den Partnerorganisationen Sportjugend NRW, Ehrenamt Agentur Essen / lagfa NRW, youngcaritas im Erzbistum Paderborn sowie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verankert und wird von den Trägern, dem NBE NRW sowie WestLotto inhaltlich eng begleitet. So ist ein Rahmen entstanden, in dem junge Menschen selbst herausfinden können, was modernes Ehrenamt braucht.
Start-up für junges Engagement
Der Startschuss für die Initiative fiel mit einem Auftaktgespräch in der NRW-Staatskanzlei, wo Andrea Milz, Staatssekretärin für Ehrenamt und Sport, die FSJler sowie Vertreterinnen und Vertreter des NBE NRW, von WestLotto und der Trägerorganisationen zu einem Austausch empfing.
Im Anschluss legten die jungen Engagierten los wie in einem Start-up und bauten ihre kleine „Firma“ von Grund auf neu – vom eigenen Logo bis zum Instagram-Kanal und einer echten „Marktanalyse“. Bei Netzwerktreffen tauschten sich die FSJler mit anderen Freiwilligen aus. Zudem entwickelten sie eine eigene Umfrage, um Herausforderungen und Wünsche der jungen Generation in Sachen Ehrenamt zu ermitteln. In qualitativen Interviews befragten sie junge Landtagsabgeordnete in NRW. Denn die sind nicht nur selbst engagiert, sondern können in ihren Positionen auch daran mitwirken, dass politische Rahmenbedingungen für junges Ehrenamt stimmen.
Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist bei jungen Menschen da. Allerdings ist das Image des Ehrenamtes ein Problem. Viele junge Leute assoziieren Ehrenamt mit alten Menschen.
FSJlerin der Sportjugend NRW in der Initiative Junges Ehrenamt für NRW
Jana Schiffers
Vom Zwischenbericht zu konkreten Maßnahmen
Im Fokus steht dabei nicht nur die Frage, wie Freiwillige gewonnen werden können – sondern auch, was sich in Organisationen selbst verändern muss, damit junge Menschen gern dabeibleiben. Demnächst stellt die Initiative einen Zwischenbericht im Landtag vor. Letztlich sollen konkrete Empfehlungen und Maßnahmen für gemeinnützige Organisationen und politische Entscheiderinnen und Entscheider entstehen.
Diese zu erarbeiten, übernehmen die Freiwilligen im zweiten Jahr der Initiative. Denn das Start-up wächst: Insgesamt sechs FSJler aus verschiedenen Trägerorganisationen und Bereichen sind ab Spätsommer Teil der Initiative Junges Ehrenamt für NRW. Von jungen Menschen für junge Menschen.
